Artikel vom 20.01.2017
AKH Niederbayern
Kultur am Sonntag -Ahnenforschung-

Der niederbayerische Kulturarbeitskreis veranstaltete einen Sonntagsfrühschoppen
zum Thema Ahnenforschung.
Matthias Zellner berichtete über die Entstehung von
Familiennamen und die Suche nach eigenen Vorfahren, die sich bis ins
Mittelalter verfolgen lassen. Nicht nur seit Internetportale wie
"Ancestery" dieses Gebiet entdeckt haben, interessieren sich Menschen
für die Stammbäume ihrer Vorfahren.
Ahnenforschung kostet viel Zeit und kann auch kostspielig
werden. Im Internet findet man zwar auch einige Informationen, aber wenn man
nicht über Anhaltspunkte verfügt, wird die Ahnenforschung eine sehr aufwändige
Sache, so der engagierte Referent. Bei jeder Behörde, ob in der
Gemeindeverwaltung des Ortes oder in den Archiven, sollte man persönlich
vorstellig werden und Anträge auf Auskunft stellen. Unterlagen sind längst
archiviert, wenn sie noch zur Verfügung stehen. Je länger der Zeitraum der
Suche allerdings zurück liegt, desto größer sind die Chancen, etwas in den
Kirchenregistern zu finden. Diese Auskünfte sind in der Regel kostenlos.
Das Interesse an den eigenen Vorfahren und Ahnen erwacht meist an der eigenen
Familie bei Familienfeiern. Man beginnt mit Fragen an Eltern, Großeltern und
Verwandte nach familiären Zusammenhängen und der Herkunft. Alte Fotografien und
ein möglicherweise noch vorhandene Stammtafeln oder Dokumente für den Nachweise
der "arischen Herkunft" im Dritten Reich liefern weitere
Informationen. In einigen Regionen gibt es auch schon seit Jahrzehnten die
Tradition des Sterbebildchensammelns, diese eignen sich hervorragend für die
Ahnenforschung, da sie neben einem Foto des Verstorbenen auch Geburts- und
Sterbedaten sowie weitere Informationen enthalten. Informationen zu den letzten
Generationen können sich auch auf dem Friedhof finden.
Frühe mittelalterliche Genealogie war vor allem eine
Geschichte der Adelsgeschlechter. Gerade Mitglieder des Adels brauchten den
Nachweis der Abstammung, um Besitzansprüche geltend zu machen oder die
Qualifikation für bestimmte Ämter und Funktionen nachzuweisen.
Matthias Zellner ging sachkundig auf die Fragestellungen der
Teilnehmer ein und wies auch auf kostenpflichtige Recherchemöglichkeiten hin.